Inspirierendes Erzählcafé: Zu Gast im Burgdorfer Gewölbekeller

11.04.2019

Johanna M. Schlegel versammelt regelmässig Menschen aller Generationen um einen grossen Holztisch. Mit dabei hat sie Selbstgemachtes: Kuchen, Guetzli und Fruchtsäfte. Der 3o0-jährige Burgdorfer Gewölbekeller bietet das ideale Ambiente, um Geschichten von früher und heute zu verknüpfen.

 

Frau Schlegel, was hat Sie inspiriert, das Erzählcafé zu veranstalten?

Johanna M. Schlegel: Geschichten erzählen, Zuhören und das Erlebte zeitgeschichtlich einzuordnen hat mich schon immer fasziniert. Vor einem Jahr habe ich einen Artikel über die Methode Erzählcafé gelesen und mich sofort zu einem Kurs angemeldet.

Erzählen Sie uns über einen lustigen Moment. 

Das war, als wir über «meine erste Uhr» sprachen. Eine Teilnehmerin erzählte, ihre erste Uhr sei eine «Stilluhr» aus der Wundertüte vom Kiosk gewesen. Wir anderen hatten keine Ahnung, was das sein soll. Sie erklärte dann, sie habe die Uhr so genannt, weil sie aus Plastik gewesen sei und nicht ticken konnte. Wir haben herzlich darüber gelacht, weil wir uns ebenfalls an diese Wundertüten erinnerten.

Welcher Moment bleibt Ihnen besonders in Erinnerung?

An einem Erzählcafé zum Thema «die Küche als Familientreffpunkt früher und heute» sind wir auf das Dreigenerationen-Zusammenleben gekommen. Eine Teilnehmerin lebte früher als ledige Tante auf dem Bauernhof der Grosseltern. Bei der Frau kamen am Erzählcafé plötzlich Erinnerungen ans schwierige Zusammenleben bis hin zur Eskalation hoch.

Förderprogrmm «Inspiration 2019»

Im Jahr 2019 fördern wir Erzählcafés, deren Zielgruppen bisher wenig berücksichtigt und angesprochen wurden und/oder deren Rahmen innovativ ist. Wir unterstützen die Erzählcafés in Form eines Porträts auf unserer Website und einem einmaligen Förderbeitrag in der Höhe von 500 Franken. Erfahren Sie mehr!