Mehr Sichtbarkeit, mehr Austausch, mehr Praxis: Was uns die Umfrage 2026 zeigt

26. Juni 2026

153 Personen haben sich Zeit genommen, unsere Fragen zu beantworten. Die Rückmeldungen zeigen ein erfreulich klares Bild: Das Netzwerk Erzählcafé wird geschätzt – und die Erwartungen an die Zukunft sind ebenso konkret wie inspirierend.

Die wichtigste Botschaft zuerst: Die Beteiligten wünschen sich nicht in erster Linie mehr Theorie. Sie wünschen sich mehr Unterstützung bei der praktischen Umsetzung von Erzählcafés – durch Erfahrungsaustausch, konkrete Hilfsmittel und mehr Sichtbarkeit.

Diese Haltung zieht sich durch die gesamte Befragung. Viele wünschen sich Praxisbeispiele, Schnuppermöglichkeiten, Erfahrungsaustausch und Gelegenheiten, um voneinander zu lernen. Gleichzeitig werden konkrete Unterstützungsangebote genannt: Hilfsmittel, Leitfäden, Ideenbörsen, Unterstützung beim Aufbau neuer Standorte oder mehr Sichtbarkeit für bestehende Erzählcafés. Das Netzwerk wird damit nicht nur als Anbieter von Weiterbildungen wahrgenommen, sondern zunehmend als Praxisgemeinschaft und Kompetenznetzwerk für die Umsetzung von Erzählcafés.

Besonders hoch bewertet wurden Angebote rund um Sichtbarkeit und Kommunikation. Fast jede zweite befragte Person (44 %) vergab hier die Höchstnote. Auch die Website spielt eine zentrale Rolle: 95 % der Befragten kennen sie, und fast die Hälfte nutzt sie regelmässig. Die Agenda wird von rund 70 % der Nutzer:innen verwendet. Sie macht sichtbar, was an unterschiedlichen Orten entsteht, und ermöglicht es, voneinander zu lernen. Die Rückmeldung einer Teilnehmerin bringt es auf den Punkt: «Die Agenda finde ich vor allem prima, da sieht man, was andere für Themen haben.» Die Befragung bestätigt die hohe Reichweite der bestehenden Kommunikationsangebote.

Die Schwerpunkte unterscheiden sich teilweise zwischen den Sprachregionen: Während in der Romandie Weiterbildung besonders wichtig ist, werden im Tessin Sichtbarkeit und Vernetzung überdurchschnittlich stark gewichtet.

Spannend ist auch ein weiterer Befund: Von den 92 Moderator:innen, die an der Befragung teilgenommen haben, sind 47 keine Vereinsmitglieder. Gleichzeitig kann sich rund die Hälfte aller Befragten vorstellen, sich künftig stärker im Netzwerk zu engagieren. Das zeigt, wie viel Potenzial und Engagement bereits vorhanden sind.

Die Umfrage macht aber auch deutlich, wo die Herausforderungen liegen. Nur knapp 5 % sagen, dass sie die angebotenen Themen nicht interessieren. Häufiger genannt werden praktische Hürden wie lange Anfahrtswege, fehlende Zeit oder organisatorische Fragen. Oder anders gesagt: Nicht die Inhalte stehen im Weg, sondern oft die Rahmenbedingungen.

Die Befragung zeigt zudem eindrücklich, wie breit das Netzwerk geografisch verankert ist. Die Antworten stammen aus allen Sprachregionen der Schweiz. Besonders stark vertreten sind neben den bevölkerungsreichen Kantonen Zürich, Bern und Waadt auch Graubünden und das Tessin. Das bestätigt, dass Erzählcafés längst nicht nur in urbanen Zentren auf Interesse stossen. Gleichzeitig erklärt diese geografische Breite, weshalb ein Drittel der Befragten lange Anfahrtswege als Hürde nennt. Der Wunsch nach regionaler Vernetzung und regionalen Angeboten dürfte deshalb künftig weiter an Bedeutung gewinnen.

Für die kommenden Jahre ergibt sich daraus eine klare Richtung: Sichtbarkeit stärken, Austausch fördern, praktische Hilfsmittel weiterentwickeln und Menschen dabei unterstützen, Erzählcafés vor Ort erfolgreich umzusetzen.

Wir danken allen Teilnehmenden herzlich für ihre Offenheit, ihre Ideen und ihr Vertrauen. Die zahlreichen Rückmeldungen helfen uns, das Netzwerk gemeinsam weiterzuentwickeln.