Inspiriert durch den Einführungskurs des Netzwerks Erzählcafé haben Elsbeth Horbaty und Ueli R. Frischknecht in Hegi und Neuhegi bei Winterthur eine eigene Erzählcafé-Reihe ins Leben gerufen. Ihr Gastbeitrag erzählt davon, wie persönliche Geschichten Brücken zwischen einem gewachsenen Dorf und einem neuen, vielfältigen Quartier bauen – und wie aus einem Nebeneinander langsam Nachbarschaft entstehen kann.

Von Elsbeth Horbaty und Ueli R. Frischknecht

Hegi und Neuhegi bei Winterthur liegen unmittelbar nebeneinander – und sind doch zwei verschiedene Welten.

Im alten Dorf Hegi leben manche Familien seit Generationen. Man kennt die Geschichte des Ortes und verfügt über gewachsene Beziehungen. Gleich daneben ist seit rund 15 Jahren in kurzer Zeit Neuhegi entstanden: ein modernes Quartier mit Menschen aus unterschiedlichen Regionen, Ländern und Lebenswelten. Viele sind erst vor Kurzem zugezogen.

Es ist natürlich nicht Berlin mit einer Mauer zwischen zwei Stadtteilen. Und doch gibt es eine unsichtbare Grenze zwischen unterschiedlichen Erfahrungen und Vorstellungen. Man wohnt nahe beieinander, bewegt sich aber oft in getrennten Kreisen. Das Erzählcafé möchte zwischen diesen beiden Welten eine Brücke bauen – durch persönliche Geschichten.

In der ersten Runde fanden vier Erzählcafés mit jeweils rund zwölf Teilnehmenden statt. Themen wie Kaffee, Neuanfänge oder Kino öffneten überraschende Türen. Beim Kaffee ging es bald um Familientraditionen, Reisen und die Frage, wo man sich zu Hause fühlt. Neuanfänge führten zu Geschichten über Umzüge, Abschiede, Migration und den Mut, etwas Neues zu wagen. Beim Thema Kino kehrten Erinnerungen an frühere Zeiten und besondere Erlebnisse zurück.

Die vielleicht wichtigste Wirkung zeigt sich heute ausserhalb des Erzählcafés: Menschen, die vorher aneinander vorbeigingen, erkennen sich beim Einkaufen oder bei einem Spaziergang im Eulachpark wieder. Sie grüssen sich und bleiben manchmal für ein Gespräch stehen. Es ist möglich, dass aus einem Nebeneinanderwohnen langsam Nachbarschaft wird.

Das Erzählcafé hebt die Unterschiede zwischen Hegi und Neuhegi nicht auf. Es schafft jedoch einen Raum, in dem sich beide Welten begegnen können. Die Brücke ist noch jung – aber die ersten Menschen haben bereits begonnen, sie zu überqueren.

Bild: © Bundesamt für Landestopographie swisstopo, Ortsverein Hegi, Winterthur

 

Evelyne Mertens, Koordinatorin des Vereins Netzwerk Erzählcafé für die Romandie und Moderatorin von Erzählcafés, hat ein Buch veröffentlicht: «L’héritage des mots. Guide pratique pour écrire la vie d’une personne âgée» (Das Vermächtnis der Worte. Ein praktischer Leitfaden, um die Lebensgeschichte eines älteren Menschen festzuhalten).

Von Evelyne Mertens, Regionalkoordinatorin Romandie

Der Leitfaden richtet sich an alle, die die Geschichte eines Elternteils, einer Grossmutter, eines Grossvaters oder eines anderen nahestehenden Menschen festhalten und erzählen möchten. Schritt für Schritt zeigt er einen konkreten Weg auf: den Rahmen der Erzählung abstecken, Gespräche vorbereiten, Material zusammentragen, strukturieren, schreiben und überarbeiten. Evelyne Mertens ist seit 2018 im Bereich biografisches Schreiben tätig und Mitbegründerin des Collectif Histoires & Vies. Im Buch gibt sie ihre Erfahrungen aus der Begleitung von Dutzenden Menschen beim Schreiben ihrer Lebensgeschichte weiter.

Das Buch greift auch einen Gedanken auf, der allen vertraut sein dürfte, die Erzählcafés moderieren: Sich dafür zu entscheiden, von sich zu erzählen, ist bereits eine Form der Positionierung. Gleich im ersten Kapitel erinnert Evelyne Mertens daran, dass das Alter einer Person keineswegs die Fähigkeit nimmt, «sich bruchstückhaft zu erinnern, dem gegenwärtigen Moment einen Sinn zu geben und zur eigenen Vergangenheit Stellung zu beziehen». Damit widerspricht sie der verbreiteten Vorstellung eines altersbedingten Abbaus, der alles auslösche.

Auch eine einmal erteilte Zustimmung gilt nicht für immer, schreibt sie an anderer Stelle. Eine Person kann heute bereit sein zu erzählen und es sich morgen anders überlegen. Das Recht, die Zustimmung zurückzuziehen, gehört zum Prozess und ist kein Hindernis. Genau dieses Prinzip gilt auch im Erzählcafé: Das Erzählen ist freiwillig. Niemand ist verpflichtet, etwas zu erzählen. Wer sich aber dafür entscheidet, wählt in diesem Moment bewusst das Wort und verschafft sich mit dem eigenen Erzählen Gehör.

Der Leitfaden beschreibt drei Haltungen für Menschen, die eine Lebensgeschichte festhalten: Forscherin, Archivarin und Erzählerin. Dabei begegnen uns Grundsätze, die auch ein gut moderiertes Erzählcafé auszeichnen: die erzählte Geschichte nicht beurteilen; Ressourcen und Fähigkeiten in den Vordergrund stellen, nicht Verluste; die subjektive Realität jedes Menschen respektieren, so schmerzhaft sie auch sein mag; und eine echte, immer wieder erneuerte Zustimmung einholen, die niemals im Namen einer «Pflicht des Erinnerns» erzwungen wird.

Ein ganzes Kapitel widmet sich zudem der Weitergabe zwischen den Generationen: Wie wird die Erzählung eines älteren Menschen zu einem Orientierungspunkt für nachfolgende Generationen? Wie kann aus einer individuellen Erfahrung ein gemeinsames Erbe entstehen?

«L’héritage des mots» richtet sich nicht nur an Familien. Auch Moderierende biografischer Schreibateliers sowie Personen, die in einer Institution ein Projekt zur biografischen Erinnerungsarbeit durchführen, finden darin konkrete Anregungen und praktische Übungen – statt reiner Theorie.

Zwei Stimmen zu einem Thema

Das Thema Lebensgeschichten älterer Menschen beschäftigt auch das Netzwerk Erzählcafé schon seit Langem. Neben Evelyne Mertens hat sich auch Anne-Marie Nicole, mit der sie gemeinsam das Netzwerk koordiniert, publizistisch damit auseinandergesetzt: Sie wirkte am Sammelband «Le récit de vie de la personne âgée en institution» (herausgegeben von Catherine Schmutz-Brun, Erès, 2019) mit.

Die beiden Publikationen beleuchten das Thema aus unterschiedlichen, sich ergänzenden Perspektiven: Der Sammelband bietet Fachpersonen und Institutionen einen Rahmen für die biografische Arbeit mit älteren Menschen. «L’héritage des mots» wiederum vermittelt eine leicht zugängliche Methode für alle, die im familiären Umfeld die Lebensgeschichte eines nahestehenden Menschen festhalten möchten.

Zwei unterschiedliche Zugänge, getragen von derselben Überzeugung, die das Netzwerk seit seinen Anfängen prägt: Was ältere Menschen zu erzählen haben, verdient Gehör – ob am Küchentisch zu Hause oder im Gemeinschaftsraum einer Institution.

Bestellungen (Schweiz), CHF 25.- plus Versandkosten

Bestellungen (Europa), EUR 19.90 plus Versandkosten

Später April – Sonnenschein und kalter Wind. Wir stehen vor der alten Glasfabrik in Leipzig. Heute Nachmittag trifft sich das Erzählcaféteam des Transformatorenwerks Leipzig zu einem internen Probe-Erzählcafé und Austausch.

Von Natalie Freitag, Regionalkoordinatorin Deutsche Schweiz

Das Netzwerk Erzählcafé Schweiz hat eine grosse Strahlkraft. Regelmässig sind bei unseren Zoom-Kursen und Austauschtreffen Menschen aus Deutschland, Österreich, Frankreich, manchmal sogar aus der Türkei und von den kanarischen Inseln mit dabei. 2021 ist auch Cornelia Rank auf unser Netzwerk aufmerksam geworden und hat das Erzählcafé nach Dresden und Leipzig gebracht. Durch die regelmässigen Stammtische per Zoom entstand ein reger Austausch und ich wurde zu einem Besuch eingeladen – so fuhr ich Ende April 2026 die 700 Kilometer von St. Gallen nach Leipzig.

Das Transformatorenwerk ist aus der philosophischen Praxis entstanden. Cornelia Rank wollte diese erweitern und das Erzählen zu den Menschen bringen. Oder die Menschen zum Erzählen. Von sich, von ihren Geschichten, von ihrem Leben. So hat sie begonnen, Erzählcafé anzubieten und im Laufe der Zeit konnte sie weitere fünf Personen für die Moderation gewinnen, die sich vertieft mit ihrer Rolle als Moderator*in auseinandersetzen.

So auch heute Nachmittag. In der alten Glasfabrik ist ein Ort entstanden, der zur Begegnung einlädt. Aufgebrochener Betonboden, auf dem wieder Bäume und Pflanzen wachsen, eine Küche, Sitzgelegenheiten und sogar eine Sauna – es gibt so vieles zu entdecken. Wir setzen uns ins Glashaus – ein Raum im Raum – es gibt schon einmal Kaffee und Tee. Der Kuchen muss bis zum zweiten Teil warten.

Für heute wurde das Thema «Würde» gewählt. Als Anregung hat die Moderatorin viele Bilder und auch Wörter aus Zeitschriften ausgeschnitten. Wir sehen sie uns an und gehen im Raum herum. Was hat dieser Ort, diese Bilder für mich mit «Würde» zu tun? Leitfragen werden gestellt. Wir erzählen unsere Geschichten zu «Würde». Das Thema regt zum Nachdenken an. Über die eigene Würde, was wir würdigen, wann wir auch entwürdigende Situationen erlebt haben. Die Zeit verfliegt, die kleine Gruppe rückt näher zusammen – das Thema und unsere Geschichten verbinden uns.

Im Anschluss wird bei Kaffee und Kuchen darüber reflektiert, wie das Erzählcafé erlebt von Teilnehmenden und von der Moderatorin wurde, die es zum ersten Mal geleitet hatte und sehr nervös war – und jetzt erleichtert und auch beglückt, da das Thema und die Geschichten berührend waren. Moderatorin sein braucht Achtsamkeit, ein Gespür für den Moment und eine Bereitschaft, sich auf das einzulassen, was jetzt gerade ist.

Wir setzen uns an die Sonne, die nächsten Events werden geplant, die Motivation ist hoch und die Zusammenarbeit eine Freude. Wie schön, dass das Erzählcafé Menschen zusammenbringt. Über Grenzen, Kulturen und Generationen hinweg und Verständnis schafft! Auch von St. Gallen nach Leipzig, in diese Stadt, an diesen Ort, an dem vieles immer noch aufbricht, sich weiter wandelt und Geschichten helfen, sich zu erinnern, zu heilen und sich weiterzuentwickeln.

Informationen zum Ort und zum Transformatorenwerk Leipzig

153 Personen haben sich Zeit genommen, unsere Fragen zu beantworten. Die Rückmeldungen zeigen ein erfreulich klares Bild: Das Netzwerk Erzählcafé wird geschätzt – und die Erwartungen an die Zukunft sind ebenso konkret wie inspirierend.

Die wichtigste Botschaft zuerst: Die Beteiligten wünschen sich nicht in erster Linie mehr Theorie. Sie wünschen sich mehr Unterstützung bei der praktischen Umsetzung von Erzählcafés – durch Erfahrungsaustausch, konkrete Hilfsmittel und mehr Sichtbarkeit.

Diese Haltung zieht sich durch die gesamte Befragung. Viele wünschen sich Praxisbeispiele, Schnuppermöglichkeiten, Erfahrungsaustausch und Gelegenheiten, um voneinander zu lernen. Gleichzeitig werden konkrete Unterstützungsangebote genannt: Hilfsmittel, Leitfäden, Ideenbörsen, Unterstützung beim Aufbau neuer Standorte oder mehr Sichtbarkeit für bestehende Erzählcafés. Das Netzwerk wird damit nicht nur als Anbieter von Weiterbildungen wahrgenommen, sondern zunehmend als Praxisgemeinschaft und Kompetenznetzwerk für die Umsetzung von Erzählcafés.

Besonders hoch bewertet wurden Angebote rund um Sichtbarkeit und Kommunikation. Fast jede zweite befragte Person (44 %) vergab hier die Höchstnote. Auch die Website spielt eine zentrale Rolle: 95 % der Befragten kennen sie, und fast die Hälfte nutzt sie regelmässig. Die Agenda wird von rund 70 % der Nutzer:innen verwendet. Sie macht sichtbar, was an unterschiedlichen Orten entsteht, und ermöglicht es, voneinander zu lernen. Die Rückmeldung einer Teilnehmerin bringt es auf den Punkt: «Die Agenda finde ich vor allem prima, da sieht man, was andere für Themen haben.» Die Befragung bestätigt die hohe Reichweite der bestehenden Kommunikationsangebote.

Die Schwerpunkte unterscheiden sich teilweise zwischen den Sprachregionen: Während in der Romandie Weiterbildung besonders wichtig ist, werden im Tessin Sichtbarkeit und Vernetzung überdurchschnittlich stark gewichtet.

Spannend ist auch ein weiterer Befund: Von den 92 Moderator:innen, die an der Befragung teilgenommen haben, sind 47 keine Vereinsmitglieder. Gleichzeitig kann sich rund die Hälfte aller Befragten vorstellen, sich künftig stärker im Netzwerk zu engagieren. Das zeigt, wie viel Potenzial und Engagement bereits vorhanden sind.

Die Umfrage macht aber auch deutlich, wo die Herausforderungen liegen. Nur knapp 5 % sagen, dass sie die angebotenen Themen nicht interessieren. Häufiger genannt werden praktische Hürden wie lange Anfahrtswege, fehlende Zeit oder organisatorische Fragen. Oder anders gesagt: Nicht die Inhalte stehen im Weg, sondern oft die Rahmenbedingungen.

Die Befragung zeigt zudem eindrücklich, wie breit das Netzwerk geografisch verankert ist. Die Antworten stammen aus allen Sprachregionen der Schweiz. Besonders stark vertreten sind neben den bevölkerungsreichen Kantonen Zürich, Bern und Waadt auch Graubünden und das Tessin. Das bestätigt, dass Erzählcafés längst nicht nur in urbanen Zentren auf Interesse stossen. Gleichzeitig erklärt diese geografische Breite, weshalb ein Drittel der Befragten lange Anfahrtswege als Hürde nennt. Der Wunsch nach regionaler Vernetzung und regionalen Angeboten dürfte deshalb künftig weiter an Bedeutung gewinnen.

Für die kommenden Jahre ergibt sich daraus eine klare Richtung: Sichtbarkeit stärken, Austausch fördern, praktische Hilfsmittel weiterentwickeln und Menschen dabei unterstützen, Erzählcafés vor Ort erfolgreich umzusetzen.

Wir danken allen Teilnehmenden herzlich für ihre Offenheit, ihre Ideen und ihr Vertrauen. Die zahlreichen Rückmeldungen helfen uns, das Netzwerk gemeinsam weiterzuentwickeln.

Am 16. März 2026 fand in Zürich die Mitgliederversammlung des Vereins Netzwerk Erzählcafé statt. Neben den normalen Vereinsgeschäften gab es auch einige Verabschiedungen und Begrüssungen.

 

Im Protokoll der Mitgliederversammlung sind alle Entscheide nachzulesen. Die Anwesenden genehmigten die Jahresrechnung und den Jahresbericht. Er gibt Einblick in die verschiedenen Aktivitäten des letzten Jahres.

Im Vorstand kommt es zu einem Wechsel: Wir verabschieden uns von Emmanuelle Ryser und danken ihr herzlich für ihr engagiertes Mitwirken im Netzwerk. Neu in den Vorstand gewählt wurde Pascale Ernst. Als ausgebildete Sozialpädagogin arbeitet sie seit fast 30 Jahren im Bereich Sucht. Als Praktikerin in der Arbeit mit Lebensgeschichten hat sie zudem das Schreibatelier «Cailloux Blancs» ins Leben gerufen. Am Format Erzählcafé schätzt die Verbindung von Tiefe im Austausch und einer gleichzeitig niederschwelligen, zugänglichen Form.

Auch in der Regionalkoordination gibt es Veränderungen. Im Tessin verabschieden wir uns nach fünf Jahren von Valentina Palluccha – mit grossem Dank für ihre Aufbauarbeit und ihr Engagement. Ihre Nachfolge übernimmt Chiara Bramani. Sie lebt mit ihrer Familie in Mendrisio und bringt eine klare Haltung mit: Begegnung, Austausch und das Teilen von Geschichten gehören für sie zu den wertvollsten Momenten des Alltags. Oder, wie sie es formuliert: «Geteilte Worte geben dem Alltag Geschmack und öffnen neue Perspektiven.» In der Romandie übernimmt Evelyne Mertens die Regionalkoordination von Anne-Marie Nicole. Evelyne war bisher im Projekt «Bibliotheken» tätig und ist mit dem Netzwerk bestens vertraut. Anne-Marie Nicole bleibt dem Netzwerk erhalten und wird sich weiterhin dem Bereich «Erzählcafés im Alter» widmen.

Ein wichtiges Thema für das Netzwerk ist die laufende Mitgliederumfrage. Sie greift zentrale Fragen auf: Welche Angebote sind relevant? Was erleichtert die Teilnahme? Über welche Kanäle erreichen wir unsere Mitglieder? Die Rückmeldungen helfen, das Netzwerk gezielt weiterzuentwickeln und bestehende Angebote zu schärfen.

Das Netzwerk Erzählcafé bleibt in Bewegung – getragen von engagierten Menschen, neuen Impulsen und dem gemeinsamen Interesse an guten Gesprächen.

Wer sich einbringen möchte, ist herzlich eingeladen, mitzudenken, mitzugestalten und mitzuerzählen

Wie lassen sich gute Leitfragen für ein Erzählcafé effizient entwickeln – ohne dabei an Tiefe zu verlieren? Dieser Beitrag zeigt, wie ein KI-gestützter Workflow genau dabei unterstützen kann: Mit präzisen Prompts entstehen strukturierte, offene Fragen, die Erinnerungen wecken und zum Erzählen einladen.

 

Von Doris Kaufmann, Erzählcafémoderatorin in Luzern

Im Zentrum steht eine einfache, aber wirkungsvolle Idee: Die KI erstellt auf Basis eines Themas – etwa «Freizeitgestaltung im Wandel der Zeit» – eine Sammlung von Leitfragen, gegliedert in die drei Zeitebenen früher, heute und in der Zukunft. Dabei werden unterschiedliche Dimensionen wie Beziehungen, Gefühle oder gesellschaftliche Veränderungen mitgedacht. Der Fokus liegt bewusst auf einer wertschätzenden, klaren Sprache und auf offenen Fragen, die persönliche Geschichten ermöglichen.

Die Prompts dienen dabei als Ausgangspunkt, nicht als fertiges Produkt. Die generierten Fragen sollten immer geprüft, ausgewählt und bei Bedarf angepasst werden. Gleichzeitig liefern sie Inspiration und erleichtern den Einstieg in die Vorbereitung erheblich.

Ergänzend nutze ich einen zweistufigen Ansatz zur Bildgenerierung für Flyer oder Beiträge. Anstatt direkt ein Bild zu erstellen, wird zunächst ein detaillierter Bild-Prompt durch einen Chatbot formuliert – idealerweise auf Englisch, da viele Bildgeneratoren damit präzisere Resultate liefern. Dieser Prompt wird anschliessend in ein entsprechendes Tool eingefügt und erzeugt Bilder mit stimmiger Atmosphäre, die das Thema visuell unterstützen. Entscheidend sind dabei Aspekte wie Licht, Stimmung, Personen und kleine Details, die das Erzählen greifbar machen.

Der gesamte Workflow verfolgt ein klares Ziel: Mit Hilfe von KI die Vorbereitung zu erleichtern – ohne die Qualität der Begegnung zu verlieren. Denn letztlich geht es im Erzählcafé immer darum, Raum zu schaffen für persönliche Erinnerungen, lebendige Geschichten und echte Verbindungen.

Wer den Ansatz ausprobieren möchte, findet in meinem Originalbeitrag eine konkrete Prompt-Vorlage sowie weiterführende Hinweise zu Tools und Anwendung.

Am 22. November 2025 trafen sich in Olten Moderierende zur Intervision #10. Kaffee und Gipfeli standen bereit, die Stimmung war offen – und schnell wurde klar: Diese Frage beschäftigt viele.

 

Der Einstieg war ebenso schlicht wie wirkungsvoll. «Was verbindest du mit dem Wort Winter?», fragte unsere Regionalkoordinatorin Natalie Freitag in die Runde. Die Antworten: persönlich, überraschend, manchmal heiter. Genau so, wie es in einem Erzählcafé sein soll. Anschliessend stellte die Co-Moderierende Katrin Oplatka theaterpädagogische Elemente vor. Darunter «Lüge oder Wahrheit», soziometrische Fragen und das Vorstellen anhand des Schlüsselbunds: «Der erzählt mehr über uns, als wir denken.»

Besonders treffend brachte ein kurzer Sketch das Thema auf den Punkt: Natalie bereitet ein Erzählcafé vor, Katrin zögert. Wer kommt da eigentlich? Muss ich etwas besonders Kluges sagen? Ich kenne ja niemanden… Die Szene sorgte für Lachen – und für Wiedererkennen. Kurz: genau die Hürden, die viele kennen.

In der anschliessenden Diskussion wurde gesammelt, was Menschen bewegt, zu kommen – oder eben nicht. Es zeigte sich: Oft sind es die kleinen Dinge, die den Unterschied ausmachen: Eine persönliche Einladung wirkt stärker als jeder Flyer. Wer jemanden mitnimmt, senkt die Hürde erheblich. Regelmässigkeit schafft Vertrauen, ein interessantes Thema weckt Neugier, und das Gefühl, dass sich die Teilnahme lohnt, entscheidet oft über Teilnahme oder Absage. Gleichzeitig können Unsicherheiten bremsen: Passe ich hier rein? Kenne ich jemanden? Auch Faktoren wie Zeitpunkt, Ort oder ein voller Kalender spielen mit. Und ja – sogar der Name «Erzählcafé» kann je nach Ohr eher an Therapie oder Stuhlkreis im Gemeindesaal als an lebendigen Austausch erinnern.

Neben der Analyse der Hürden kamen auch viele konkrete Ideen zusammen, um Teilnehmende zu gewinnen: Kooperationen mit starken Partnerorganisationen wurden als besonders wirksam genannt. Ebenso wichtig: verschiedene Kanäle zur Werbung nutzen, von persönlicher Ansprache über Newsletter, Whatsapp-Status bis hin zu lokalen Medien wie Gemeinde- oder Kirchenblättern. Und immer wieder fiel ein Wort: dranbleiben. Denn Vertrauen und Bekanntheit entstehen nicht über Nacht. Ein Impuls von Gert Dressel aus Wien brachte es zusätzlich auf den Punkt: «Ort und Zeit entscheiden oft mehr als das Thema.»

Yves Oesch, einer der Teilnehmenden, hat mit Hilfe von KI eine unkonventionelle Ideenkiste zusammengestellt. Ungewöhnliche Settings bleiben hängen – ob in der Waschküche (Thema «Waschplan-Dramen»), im Recyclinghof zwischen Altglas-Containern oder sogar auf der Parkbank oder im Zugabteil mit dem Motto «Kaffee gegen Geschichte». Solche Orte holen die Menschen genau dort ab, wo sie ohnehin sind – oder überraschen sie bewusst. Kreative Ideen für die Werbung reichten von Flaschenpost-Einladungen in Brunnen über Glückskekse mit Einladungszettelchen beim Bäcker bis hin zu alten Postkarten im Briefkasten. Besonders charmant: Lesezeichen mit Einladung, versteckt in passenden Büchern in der Bibliothek – dort, wo die Zielgruppe ohnehin schmökert. Die gemeinsame Erkenntnis: Wer Menschen erreichen will, darf ruhig ungewöhnlich denken – und ihnen mit einem Augenzwinkern begegnen.

Spannend war auch der Gedanke, das Format sprachlich etwas zu öffnen. Muss es immer «Erzählcafé» heissen? Oder erreicht man unter einer anderen Bezeichnung vielleicht neue Menschen, die sich sonst nicht angesprochen fühlen? Yves Oesch schlägt deshalb Alternativen als Aufhänger vor: «Salon für Alltagsgeschichten», «Feierabend-Talk» oder «Anekdoten-Stammtisch». Die Methode selbst bleibt dabei unverändert: ein moderierter Raum, in dem Menschen ihre persönlichen Geschichten teilen – freiwillig, wertschätzend und ohne Bewertung. Und genau darin liegt ihre Stärke: Menschen kommen nicht, weil sie müssen – sondern weil sie etwas zu erzählen haben.

Lebensgeschichten zu hören ist ebenso wichtig wie sie zu erzählen. Erzählcafés setzen einen sanften Kreislauf in Gang, getragen von den Menschen, die daran teilnehmen. Seine zentralen Elemente sind Erinnerung, Erzählen und Zuhören.

 

Wer Erfahrungen teilt, gibt ein Stück von sich selbst weiter. Das stärkt das soziale und emotionale Wohlbefinden. Gleichzeitig werden wichtige Fähigkeiten gefördert, etwa Gedächtnis und sprachlichen Ausdruck.

Vor diesem Hintergrund freuen wir uns sehr über die Stärkung des Projekts «Erzählcafés mit älteren Menschen». Im Jahr 2025 erhielt der Verein Netzwerk Erzählcafé eine bedeutende Unterstützung durch Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz. Diese ermöglicht es uns nicht nur, die Methode weiterhin zu fördern und neue Projekte zu entwickeln, sondern gezielt Energie und Fachwissen in die Arbeit mit älteren Menschen zu investieren. Wir wissen, dass die positiven Effekte hier vielfältig sind: soziale Teilhabe (und damit die Bekämpfung von Isolation) sowie ganz allgemein eine höhere Lebensqualität.

Diese Unterstützung ist für uns nicht nur finanziell wichtig. Sie ist auch ein Zeichen der Anerkennung und bestärkt uns darin, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Unser Dank gilt dabei besonders der wertvollen Arbeit der Co-Geschäftsleitung. In diesem Jahr gab es hier eine bedeutende Veränderung: Rhea Braunwalder, seit der Gründung des Vereins gemeinsam mit Marcello Martinoni Co-Geschäftsleiterin, hat ihre Funktion an Vanda Mathis übergeben. Ein herzliches Dankeschön an Rhea für ihr grosses Engagement in all den Jahren. Gleichzeitig heissen wir Vanda herzlich willkommen. Gemeinsam mit ihr, mit Marcello und dem gesamten operativen Team werden wir die nächsten Schritte gehen – mit Aufmerksamkeit für die grossen Projekte ebenso wie für die vielen kleinen Aufgaben im Alltag.

Michela Luraschi
Vorstandsmitglied Verein Netzwerk Erzählcafé

Zum Jahrerbericht_2025

Jahrerbericht_2025_Netzwerk Erzaehlcafe

 

Im Tessin entstehen seit einiger Zeit besondere Begegnungsräume, die mehr sind als eine Tasse Kaffee und ein paar Minuten Gespräch. Die Erzählcafés, getragen von verschiedenen Tageszentren im Kanton in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Erzählcafé, schaffen Begegnungen, die bleiben. Und sie zeigen, wie kraftvoll Erzählen und Zuhören sein kann.

Von Valentina Pallucca

Ein Erzählcafé ist kein Vortrag, kein Bühnenauftritt und kein Wettbewerb um die interessanteste Lebensgeschichte. Es ist ein runder Tisch, an dem Menschen zusammenkommen, die sich oft nie zuvor begegnet sind – und die doch rasch merken, dass sie mehr verbindet, als sie trennt. Es gibt keine Mikrofone, keine Bühne und keine Urteile: nur Zuhören, Respekt und Neugier. Moderiert wird zurückhaltend, gerade so viel, dass ein sicherer, respektvoller Rahmen entsteht. Die Geschichten sollen natürlich fliessen dürfen.

Viele berichten nach einem solchen Anlass, sie hätten überraschende Gemeinsamkeiten entdeckt oder seien mit neuen Perspektiven nach Hause gegangen. Manche erzählen sogar von Freundschaften, die im Erzählcafé ihren Anfang nahmen und später weitergewachsen sind. Und selbst wer nur zuhören möchte, ist ein wichtiger Teil des Ganzen. Gerade in einer hektischen Welt schaffen diese ruhigen Gesprächsräume eine Nähe, die sonst leicht verloren geht.

Ein gemeinschaftliches Engagement im Tessin

Dass die Tessiner Tageszentren die Initiative mit Begeisterung unterstützen, hat gute Gründe. Seit Jahren setzen sie sich dafür ein, soziale Teilhabe, Dialog und ein Gefühl von Verbundenheit zu ermöglichen – auch für Menschen mit moderatem Unterstützungsbedarf. Die Erzählcafés passen ideal in diesen Auftrag: Sie fördern Wohlbefinden, regen den Austausch an und stärken das Gefühl, gesehen und gehört zu werden. Nicht zuletzt deshalb werden sie auch vom kantonalen Gesundheitsamt im Rahmen des Aktionsprogramms von Gesundheitsförderung Schweiz 2025–2028 unterstützt – ein deutliches Zeichen für die Bedeutung niedrigschwelliger, gemeinschaftsfördernder Angebote im Kanton.

«Il filo che ci unisce» – ein Faden, der verbindet

Der aktuelle Veranstaltungszyklus trägt den Titel «Il filo che ci unisce» (der Faden, der uns verbindet). Jede Runde widmet sich einem anderen Thema, das Erinnerungen anstösst und Gespräche öffnet. Die Treffen stehen allen offen, nicht nur den Besuchenden der Tageszentren. Genau diese Durchmischung macht den besonderen Reiz aus: Wenn verschiedene Generationen, Biografien und Lebenswelten zusammenkommen, entsteht ein Gewebe aus Geschichten, das weit über den Anlass hinauswirkt.

Moderation, die Vertrauen schafft

Damit diese Räume gelingen, braucht es Menschen, die einfühlsam moderieren – präsent, aber nicht dominant. Im Dezember findet im Tageszentrum Casa Andreina in Lugano ein Einführungskurs statt, in dem Interessierte lernen, wie man Gesprächsrunden begleitet und eine Atmosphäre schafft, in der sich Menschen öffnen können.

Geschichten, die uns zusammenhalten

Wer an einem Erzählcafé teilnimmt, nimmt immer etwas mit: einen Satz, der nachhallt, ein gemeinsames Lachen, ein Wiedererkennen. Oder die stille Gewissheit, mit den eigenen Erinnerungen und Gedanken nicht allein zu sein. Eine Aussage aus dem Kreis der Teilnehmenden fasst es eindrücklich zusammen: «Le storie non solo si raccontano: si intrecciano e ci tengono uniti.» (Geschichten werden nicht nur erzählt – sie verweben sich, und sie halten uns zusammen).

Fernsehbeitrag: Ein lebendiger Einblick in die Arbeit des Netzwerks Erzählcafé im Tessin gibt die Sendung von Radiotelevisione Svizzera Italiana RSI.

Zum zehnjährigen Bestehen des Netzwerks Erzählcafé werfen wir einen Blick zurück auf die Ursprünge dieses besonderen Formats.

 

Von Evelyne Mertens*

In den 1970er- und 1980er-Jahren entstanden die Erzählcafés in einem gesellschaftlichen Umfeld, das von tiefgreifenden Veränderungen geprägt war: Fortschritte in der politischen und rechtlichen Gleichstellung – etwa bei der Familienrechtsreform, den Frauenrechten oder dem Zugang zu Universitäten – schufen neue Freiräume. In Deutschland, Österreich und der Schweiz formierte sich eine aktive Zivilgesellschaft mit ökologischen, feministischen und pazifistischen Bewegungen, begleitet von bildungspolitischen Reformen. Ziel vieler Initiativen war es, den Geschichten der «kleinen Leute» eine Stimme zu geben – als Ausdruck kollektiver Selbstermächtigung.

Anfang der 1980er-Jahre entstanden in Deutschland und Österreich erste Projekte zum Austausch biografischer Erzählungen. Bereits 1978 trafen sich Bewohnerinnen und Bewohner des Recklinghausener Stadtteils Hochlarmark (Ruhrgebiet), um in Gesprächen, persönlichen Aufzeichnungen, Fotos und Archivmaterial die Geschichte ihres Quartiers zu rekonstruieren. Diese Treffen sollten ein besseres Zusammenleben und das Verständnis sozialer und kultureller Unterschiede fördern. Auch in Frankfurt am Main und Karlsruhe wurden Erzählcafés in partizipative Stadtentwicklungsprojekte integriert, um die Bedürfnisse der Bevölkerung kennenzulernen, lokales Wissen zu bewahren und die Menschen aktiv in Veränderungsprozesse einzubeziehen. Bald schon reichte die Idee über den historischen oder bildungspolitischen Rahmen hinaus – sie verband Gruppen aus Ost- und Westdeutschland in der Zeit der Wiedervereinigung.

Von Beginn an ging es beim biografischen Erzählen in Gruppen nicht nur um die Rekonstruktion von Vergangenheit, sondern auch um das gegenseitige Verstehen, das Zuhören und den Blick nach vorne. Die Erzählcafés verstanden sich nie als therapeutisches Instrument, sondern als offene Räume, in denen jede und jeder erzählen und zuhören kann.

Im Frühjahr 1982 organisierte die Volkshochschule Ottakring in Zusammenarbeit mit der Universität Wien die Veranstaltungsreihe «Ich kam vom Land in die Stadt». In diesen intergenerationellen Gesprächsgruppen tauschten ältere Menschen und Studierende ihre persönlichen Geschichten aus – mit dem Ziel, die Vielfalt des Alltagslebens sichtbar zu machen. In mehreren Regionen Niederösterreichs richtete der Verein «Verein für erzählte Lebensgeschichte» bis 1988 neunzehn moderierte Gesprächsgruppen ein, die speziell älteren Frauen gewidmet waren. Am 5. September 1987 fand schliesslich im Berliner Stadtteil Wedding das erste Erzählcafé unter dieser Bezeichnung statt – initiiert von Sabine Gieschler und Andreas Lange als öffentliche Veranstaltung.

In den 1990er-Jahren etablierte sich der Begriff des biografischen Arbeitens. Erzählcafés und Gesprächskreise wurden zu zentralen Methoden dieser Praxis. Parallel dazu entwickelte sich die Oral History – eine «Geschichte von unten», die das Alltagswissen von Frauen, Arbeiterinnen und Arbeitern, ländlichen Gemeinschaften oder marginalisierten Gruppen ins Zentrum stellte. Diese Perspektive öffnete den Blick auf bislang verdrängte Erfahrungen, etwa auf das Leben unter dem Nationalsozialismus oder – in der Schweiz – auf das Schicksal der Verdingkinder, also der Betroffenen von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen.

In der Schweiz entstanden die ersten Erzählcafés Anfang der 2000er-Jahre, inspiriert vom Berliner Modell. Getragen wurden sie von Ursula Caduff und Lisbeth Herger, die das Konzept anpassten, um insbesondere älteren und zurückgezogenen Menschen den Zugang zu sozialem Austausch zu erleichtern. Im Unterschied zu den frühen deutschen Formaten, die eher als öffentliche Gesprächsrunden konzipiert waren, legten sie den Fokus auf die aktive Beteiligung aller Anwesenden. Ursula Caduff betonte, dass der Austausch von Lebenserfahrungen in moderierten Begegnungen dazu beitragen könne, Vorurteile abzubauen und politisch instrumentalisierte Bilder zu hinterfragen.

Die in Erzählcafés geteilten Geschichten blieben nicht immer im vertraulichen Rahmen: Viele fanden den Weg in Publikationen oder Ausstellungen und trugen so zur kollektiven Erinnerung eines Quartiers, einer Gemeinde oder einer Region bei. Andere wiederum wurden bewusst vertraulich belassen, um die Offenheit der Teilnehmenden zu schützen. Das gemeinsame Erzählen besitzt ein starkes soziales Integrationspotenzial: Es verbindet Menschen unterschiedlicher Herkunft und Lebenswelten. Seit ihren Anfängen stehen die Erzählcafés für eine demokratische und menschliche Kultur des Dialogs, die sowohl das soziale Miteinander als auch das psychische Wohlbefinden fördert – gerade in einer vielfältigen Gesellschaft.

*Dieser Text in eine Zusammenfassung des Artikels «Erzählcafés, Gesprächskreise – Die Anfänge» von Johanna Kohn, Gert Dressel und Jessica Schnelle im Buch «Erzählcafés. Einblicke in Praxis und Theorie» (S. 30-43), Beltz, 2022.