Später April – Sonnenschein und kalter Wind. Wir stehen vor der alten Glasfabrik in Leipzig. Heute Nachmittag trifft sich das Erzählcaféteam des Transformatorenwerks Leipzig zu einem internen Probe-Erzählcafé und Austausch.

Von Natalie Freitag, Regionalkoordinatorin Deutsche Schweiz

Das Netzwerk Erzählcafé Schweiz hat eine grosse Strahlkraft. Regelmässig sind bei unseren Zoom-Kursen und Austauschtreffen Menschen aus Deutschland, Österreich, Frankreich, manchmal sogar aus der Türkei und von den kanarischen Inseln mit dabei. 2021 ist auch Cornelia Rank auf unser Netzwerk aufmerksam geworden und hat das Erzählcafé nach Dresden und Leipzig gebracht. Durch die regelmässigen Stammtische per Zoom entstand ein reger Austausch und ich wurde zu einem Besuch eingeladen – so fuhr ich Ende April 2026 die 700 Kilometer von St. Gallen nach Leipzig.

Das Transformatorenwerk ist aus der philosophischen Praxis entstanden. Cornelia Rank wollte diese erweitern und das Erzählen zu den Menschen bringen. Oder die Menschen zum Erzählen. Von sich, von ihren Geschichten, von ihrem Leben. So hat sie begonnen, Erzählcafé anzubieten und im Laufe der Zeit konnte sie weitere fünf Personen für die Moderation gewinnen, die sich vertieft mit ihrer Rolle als Moderator*in auseinandersetzen.

So auch heute Nachmittag. In der alten Glasfabrik ist ein Ort entstanden, der zur Begegnung einlädt. Aufgebrochener Betonboden, auf dem wieder Bäume und Pflanzen wachsen, eine Küche, Sitzgelegenheiten und sogar eine Sauna – es gibt so vieles zu entdecken. Wir setzen uns ins Glashaus – ein Raum im Raum – es gibt schon einmal Kaffee und Tee. Der Kuchen muss bis zum zweiten Teil warten.

Für heute wurde das Thema «Würde» gewählt. Als Anregung hat die Moderatorin viele Bilder und auch Wörter aus Zeitschriften ausgeschnitten. Wir sehen sie uns an und gehen im Raum herum. Was hat dieser Ort, diese Bilder für mich mit «Würde» zu tun? Leitfragen werden gestellt. Wir erzählen unsere Geschichten zu «Würde». Das Thema regt zum Nachdenken an. Über die eigene Würde, was wir würdigen, wann wir auch entwürdigende Situationen erlebt haben. Die Zeit verfliegt, die kleine Gruppe rückt näher zusammen – das Thema und unsere Geschichten verbinden uns.

Im Anschluss wird bei Kaffee und Kuchen darüber reflektiert, wie das Erzählcafé erlebt von Teilnehmenden und von der Moderatorin wurde, die es zum ersten Mal geleitet hatte und sehr nervös war – und jetzt erleichtert und auch beglückt, da das Thema und die Geschichten berührend waren. Moderatorin sein braucht Achtsamkeit, ein Gespür für den Moment und eine Bereitschaft, sich auf das einzulassen, was jetzt gerade ist.

Wir setzen uns an die Sonne, die nächsten Events werden geplant, die Motivation ist hoch und die Zusammenarbeit eine Freude. Wie schön, dass das Erzählcafé Menschen zusammenbringt. Über Grenzen, Kulturen und Generationen hinweg und Verständnis schafft! Auch von St. Gallen nach Leipzig, in diese Stadt, an diesen Ort, an dem vieles immer noch aufbricht, sich weiter wandelt und Geschichten helfen, sich zu erinnern, zu heilen und sich weiterzuentwickeln.

Informationen zum Ort und zum Transformatorenwerk Leipzig

153 Personen haben sich Zeit genommen, unsere Fragen zu beantworten. Die Rückmeldungen zeigen ein erfreulich klares Bild: Das Netzwerk Erzählcafé wird geschätzt – und die Erwartungen an die Zukunft sind ebenso konkret wie inspirierend.

Die wichtigste Botschaft zuerst: Die Beteiligten wünschen sich nicht in erster Linie mehr Theorie. Sie wünschen sich mehr Unterstützung bei der praktischen Umsetzung von Erzählcafés – durch Erfahrungsaustausch, konkrete Hilfsmittel und mehr Sichtbarkeit.

Diese Haltung zieht sich durch die gesamte Befragung. Viele wünschen sich Praxisbeispiele, Schnuppermöglichkeiten, Erfahrungsaustausch und Gelegenheiten, um voneinander zu lernen. Gleichzeitig werden konkrete Unterstützungsangebote genannt: Hilfsmittel, Leitfäden, Ideenbörsen, Unterstützung beim Aufbau neuer Standorte oder mehr Sichtbarkeit für bestehende Erzählcafés. Das Netzwerk wird damit nicht nur als Anbieter von Weiterbildungen wahrgenommen, sondern zunehmend als Praxisgemeinschaft und Kompetenznetzwerk für die Umsetzung von Erzählcafés.

Besonders hoch bewertet wurden Angebote rund um Sichtbarkeit und Kommunikation. Fast jede zweite befragte Person (44 %) vergab hier die Höchstnote. Auch die Website spielt eine zentrale Rolle: 95 % der Befragten kennen sie, und fast die Hälfte nutzt sie regelmässig. Die Agenda wird von rund 70 % der Nutzer:innen verwendet. Sie macht sichtbar, was an unterschiedlichen Orten entsteht, und ermöglicht es, voneinander zu lernen. Die Rückmeldung einer Teilnehmerin bringt es auf den Punkt: «Die Agenda finde ich vor allem prima, da sieht man, was andere für Themen haben.» Die Befragung bestätigt die hohe Reichweite der bestehenden Kommunikationsangebote.

Die Schwerpunkte unterscheiden sich teilweise zwischen den Sprachregionen: Während in der Romandie Weiterbildung besonders wichtig ist, werden im Tessin Sichtbarkeit und Vernetzung überdurchschnittlich stark gewichtet.

Spannend ist auch ein weiterer Befund: Von den 92 Moderator:innen, die an der Befragung teilgenommen haben, sind 47 keine Vereinsmitglieder. Gleichzeitig kann sich rund die Hälfte aller Befragten vorstellen, sich künftig stärker im Netzwerk zu engagieren. Das zeigt, wie viel Potenzial und Engagement bereits vorhanden sind.

Die Umfrage macht aber auch deutlich, wo die Herausforderungen liegen. Nur knapp 5 % sagen, dass sie die angebotenen Themen nicht interessieren. Häufiger genannt werden praktische Hürden wie lange Anfahrtswege, fehlende Zeit oder organisatorische Fragen. Oder anders gesagt: Nicht die Inhalte stehen im Weg, sondern oft die Rahmenbedingungen.

Die Befragung zeigt zudem eindrücklich, wie breit das Netzwerk geografisch verankert ist. Die Antworten stammen aus allen Sprachregionen der Schweiz. Besonders stark vertreten sind neben den bevölkerungsreichen Kantonen Zürich, Bern und Waadt auch Graubünden und das Tessin. Das bestätigt, dass Erzählcafés längst nicht nur in urbanen Zentren auf Interesse stossen. Gleichzeitig erklärt diese geografische Breite, weshalb ein Drittel der Befragten lange Anfahrtswege als Hürde nennt. Der Wunsch nach regionaler Vernetzung und regionalen Angeboten dürfte deshalb künftig weiter an Bedeutung gewinnen.

Für die kommenden Jahre ergibt sich daraus eine klare Richtung: Sichtbarkeit stärken, Austausch fördern, praktische Hilfsmittel weiterentwickeln und Menschen dabei unterstützen, Erzählcafés vor Ort erfolgreich umzusetzen.

Wir danken allen Teilnehmenden herzlich für ihre Offenheit, ihre Ideen und ihr Vertrauen. Die zahlreichen Rückmeldungen helfen uns, das Netzwerk gemeinsam weiterzuentwickeln.

Am 16. März 2026 fand in Zürich die Mitgliederversammlung des Vereins Netzwerk Erzählcafé statt. Neben den normalen Vereinsgeschäften gab es auch einige Verabschiedungen und Begrüssungen.

 

Im Protokoll der Mitgliederversammlung sind alle Entscheide nachzulesen. Die Anwesenden genehmigten die Jahresrechnung und den Jahresbericht. Er gibt Einblick in die verschiedenen Aktivitäten des letzten Jahres.

Im Vorstand kommt es zu einem Wechsel: Wir verabschieden uns von Emmanuelle Ryser und danken ihr herzlich für ihr engagiertes Mitwirken im Netzwerk. Neu in den Vorstand gewählt wurde Pascale Ernst. Als ausgebildete Sozialpädagogin arbeitet sie seit fast 30 Jahren im Bereich Sucht. Als Praktikerin in der Arbeit mit Lebensgeschichten hat sie zudem das Schreibatelier «Cailloux Blancs» ins Leben gerufen. Am Format Erzählcafé schätzt die Verbindung von Tiefe im Austausch und einer gleichzeitig niederschwelligen, zugänglichen Form.

Auch in der Regionalkoordination gibt es Veränderungen. Im Tessin verabschieden wir uns nach fünf Jahren von Valentina Palluccha – mit grossem Dank für ihre Aufbauarbeit und ihr Engagement. Ihre Nachfolge übernimmt Chiara Bramani. Sie lebt mit ihrer Familie in Mendrisio und bringt eine klare Haltung mit: Begegnung, Austausch und das Teilen von Geschichten gehören für sie zu den wertvollsten Momenten des Alltags. Oder, wie sie es formuliert: «Geteilte Worte geben dem Alltag Geschmack und öffnen neue Perspektiven.» In der Romandie übernimmt Evelyne Mertens die Regionalkoordination von Anne-Marie Nicole. Evelyne war bisher im Projekt «Bibliotheken» tätig und ist mit dem Netzwerk bestens vertraut. Anne-Marie Nicole bleibt dem Netzwerk erhalten und wird sich weiterhin dem Bereich «Erzählcafés im Alter» widmen.

Ein wichtiges Thema für das Netzwerk ist die laufende Mitgliederumfrage. Sie greift zentrale Fragen auf: Welche Angebote sind relevant? Was erleichtert die Teilnahme? Über welche Kanäle erreichen wir unsere Mitglieder? Die Rückmeldungen helfen, das Netzwerk gezielt weiterzuentwickeln und bestehende Angebote zu schärfen.

Das Netzwerk Erzählcafé bleibt in Bewegung – getragen von engagierten Menschen, neuen Impulsen und dem gemeinsamen Interesse an guten Gesprächen.

Wer sich einbringen möchte, ist herzlich eingeladen, mitzudenken, mitzugestalten und mitzuerzählen

Wie lassen sich gute Leitfragen für ein Erzählcafé effizient entwickeln – ohne dabei an Tiefe zu verlieren? Dieser Beitrag zeigt, wie ein KI-gestützter Workflow genau dabei unterstützen kann: Mit präzisen Prompts entstehen strukturierte, offene Fragen, die Erinnerungen wecken und zum Erzählen einladen.

 

Von Doris Kaufmann, Erzählcafémoderatorin in Luzern

Im Zentrum steht eine einfache, aber wirkungsvolle Idee: Die KI erstellt auf Basis eines Themas – etwa «Freizeitgestaltung im Wandel der Zeit» – eine Sammlung von Leitfragen, gegliedert in die drei Zeitebenen früher, heute und in der Zukunft. Dabei werden unterschiedliche Dimensionen wie Beziehungen, Gefühle oder gesellschaftliche Veränderungen mitgedacht. Der Fokus liegt bewusst auf einer wertschätzenden, klaren Sprache und auf offenen Fragen, die persönliche Geschichten ermöglichen.

Die Prompts dienen dabei als Ausgangspunkt, nicht als fertiges Produkt. Die generierten Fragen sollten immer geprüft, ausgewählt und bei Bedarf angepasst werden. Gleichzeitig liefern sie Inspiration und erleichtern den Einstieg in die Vorbereitung erheblich.

Ergänzend nutze ich einen zweistufigen Ansatz zur Bildgenerierung für Flyer oder Beiträge. Anstatt direkt ein Bild zu erstellen, wird zunächst ein detaillierter Bild-Prompt durch einen Chatbot formuliert – idealerweise auf Englisch, da viele Bildgeneratoren damit präzisere Resultate liefern. Dieser Prompt wird anschliessend in ein entsprechendes Tool eingefügt und erzeugt Bilder mit stimmiger Atmosphäre, die das Thema visuell unterstützen. Entscheidend sind dabei Aspekte wie Licht, Stimmung, Personen und kleine Details, die das Erzählen greifbar machen.

Der gesamte Workflow verfolgt ein klares Ziel: Mit Hilfe von KI die Vorbereitung zu erleichtern – ohne die Qualität der Begegnung zu verlieren. Denn letztlich geht es im Erzählcafé immer darum, Raum zu schaffen für persönliche Erinnerungen, lebendige Geschichten und echte Verbindungen.

Wer den Ansatz ausprobieren möchte, findet in meinem Originalbeitrag eine konkrete Prompt-Vorlage sowie weiterführende Hinweise zu Tools und Anwendung.

Am 22. November 2025 trafen sich in Olten Moderierende zur Intervision #10. Kaffee und Gipfeli standen bereit, die Stimmung war offen – und schnell wurde klar: Diese Frage beschäftigt viele.

 

Der Einstieg war ebenso schlicht wie wirkungsvoll. «Was verbindest du mit dem Wort Winter?», fragte unsere Regionalkoordinatorin Natalie Freitag in die Runde. Die Antworten: persönlich, überraschend, manchmal heiter. Genau so, wie es in einem Erzählcafé sein soll. Anschliessend stellte die Co-Moderierende Katrin Oplatka theaterpädagogische Elemente vor. Darunter «Lüge oder Wahrheit», soziometrische Fragen und das Vorstellen anhand des Schlüsselbunds: «Der erzählt mehr über uns, als wir denken.»

Besonders treffend brachte ein kurzer Sketch das Thema auf den Punkt: Natalie bereitet ein Erzählcafé vor, Katrin zögert. Wer kommt da eigentlich? Muss ich etwas besonders Kluges sagen? Ich kenne ja niemanden… Die Szene sorgte für Lachen – und für Wiedererkennen. Kurz: genau die Hürden, die viele kennen.

In der anschliessenden Diskussion wurde gesammelt, was Menschen bewegt, zu kommen – oder eben nicht. Es zeigte sich: Oft sind es die kleinen Dinge, die den Unterschied ausmachen: Eine persönliche Einladung wirkt stärker als jeder Flyer. Wer jemanden mitnimmt, senkt die Hürde erheblich. Regelmässigkeit schafft Vertrauen, ein interessantes Thema weckt Neugier, und das Gefühl, dass sich die Teilnahme lohnt, entscheidet oft über Teilnahme oder Absage. Gleichzeitig können Unsicherheiten bremsen: Passe ich hier rein? Kenne ich jemanden? Auch Faktoren wie Zeitpunkt, Ort oder ein voller Kalender spielen mit. Und ja – sogar der Name «Erzählcafé» kann je nach Ohr eher an Therapie oder Stuhlkreis im Gemeindesaal als an lebendigen Austausch erinnern.

Neben der Analyse der Hürden kamen auch viele konkrete Ideen zusammen, um Teilnehmende zu gewinnen: Kooperationen mit starken Partnerorganisationen wurden als besonders wirksam genannt. Ebenso wichtig: verschiedene Kanäle zur Werbung nutzen, von persönlicher Ansprache über Newsletter, Whatsapp-Status bis hin zu lokalen Medien wie Gemeinde- oder Kirchenblättern. Und immer wieder fiel ein Wort: dranbleiben. Denn Vertrauen und Bekanntheit entstehen nicht über Nacht. Ein Impuls von Gert Dressel aus Wien brachte es zusätzlich auf den Punkt: «Ort und Zeit entscheiden oft mehr als das Thema.»

Yves Oesch, einer der Teilnehmenden, hat mit Hilfe von KI eine unkonventionelle Ideenkiste zusammengestellt. Ungewöhnliche Settings bleiben hängen – ob in der Waschküche (Thema «Waschplan-Dramen»), im Recyclinghof zwischen Altglas-Containern oder sogar auf der Parkbank oder im Zugabteil mit dem Motto «Kaffee gegen Geschichte». Solche Orte holen die Menschen genau dort ab, wo sie ohnehin sind – oder überraschen sie bewusst. Kreative Ideen für die Werbung reichten von Flaschenpost-Einladungen in Brunnen über Glückskekse mit Einladungszettelchen beim Bäcker bis hin zu alten Postkarten im Briefkasten. Besonders charmant: Lesezeichen mit Einladung, versteckt in passenden Büchern in der Bibliothek – dort, wo die Zielgruppe ohnehin schmökert. Die gemeinsame Erkenntnis: Wer Menschen erreichen will, darf ruhig ungewöhnlich denken – und ihnen mit einem Augenzwinkern begegnen.

Spannend war auch der Gedanke, das Format sprachlich etwas zu öffnen. Muss es immer «Erzählcafé» heissen? Oder erreicht man unter einer anderen Bezeichnung vielleicht neue Menschen, die sich sonst nicht angesprochen fühlen? Yves Oesch schlägt deshalb Alternativen als Aufhänger vor: «Salon für Alltagsgeschichten», «Feierabend-Talk» oder «Anekdoten-Stammtisch». Die Methode selbst bleibt dabei unverändert: ein moderierter Raum, in dem Menschen ihre persönlichen Geschichten teilen – freiwillig, wertschätzend und ohne Bewertung. Und genau darin liegt ihre Stärke: Menschen kommen nicht, weil sie müssen – sondern weil sie etwas zu erzählen haben.

Lebensgeschichten zu hören ist ebenso wichtig wie sie zu erzählen. Erzählcafés setzen einen sanften Kreislauf in Gang, getragen von den Menschen, die daran teilnehmen. Seine zentralen Elemente sind Erinnerung, Erzählen und Zuhören.

 

Wer Erfahrungen teilt, gibt ein Stück von sich selbst weiter. Das stärkt das soziale und emotionale Wohlbefinden. Gleichzeitig werden wichtige Fähigkeiten gefördert, etwa Gedächtnis und sprachlichen Ausdruck.

Vor diesem Hintergrund freuen wir uns sehr über die Stärkung des Projekts «Erzählcafés mit älteren Menschen». Im Jahr 2025 erhielt der Verein Netzwerk Erzählcafé eine bedeutende Unterstützung durch Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz. Diese ermöglicht es uns nicht nur, die Methode weiterhin zu fördern und neue Projekte zu entwickeln, sondern gezielt Energie und Fachwissen in die Arbeit mit älteren Menschen zu investieren. Wir wissen, dass die positiven Effekte hier vielfältig sind: soziale Teilhabe (und damit die Bekämpfung von Isolation) sowie ganz allgemein eine höhere Lebensqualität.

Diese Unterstützung ist für uns nicht nur finanziell wichtig. Sie ist auch ein Zeichen der Anerkennung und bestärkt uns darin, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Unser Dank gilt dabei besonders der wertvollen Arbeit der Co-Geschäftsleitung. In diesem Jahr gab es hier eine bedeutende Veränderung: Rhea Braunwalder, seit der Gründung des Vereins gemeinsam mit Marcello Martinoni Co-Geschäftsleiterin, hat ihre Funktion an Vanda Mathis übergeben. Ein herzliches Dankeschön an Rhea für ihr grosses Engagement in all den Jahren. Gleichzeitig heissen wir Vanda herzlich willkommen. Gemeinsam mit ihr, mit Marcello und dem gesamten operativen Team werden wir die nächsten Schritte gehen – mit Aufmerksamkeit für die grossen Projekte ebenso wie für die vielen kleinen Aufgaben im Alltag.

Michela Luraschi
Vorstandsmitglied Verein Netzwerk Erzählcafé

Zum Jahrerbericht_2025

Jahrerbericht_2025_Netzwerk Erzaehlcafe

 

Im Tessin entstehen seit einiger Zeit besondere Begegnungsräume, die mehr sind als eine Tasse Kaffee und ein paar Minuten Gespräch. Die Erzählcafés, getragen von verschiedenen Tageszentren im Kanton in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Erzählcafé, schaffen Begegnungen, die bleiben. Und sie zeigen, wie kraftvoll Erzählen und Zuhören sein kann.

Von Valentina Pallucca

Ein Erzählcafé ist kein Vortrag, kein Bühnenauftritt und kein Wettbewerb um die interessanteste Lebensgeschichte. Es ist ein runder Tisch, an dem Menschen zusammenkommen, die sich oft nie zuvor begegnet sind – und die doch rasch merken, dass sie mehr verbindet, als sie trennt. Es gibt keine Mikrofone, keine Bühne und keine Urteile: nur Zuhören, Respekt und Neugier. Moderiert wird zurückhaltend, gerade so viel, dass ein sicherer, respektvoller Rahmen entsteht. Die Geschichten sollen natürlich fliessen dürfen.

Viele berichten nach einem solchen Anlass, sie hätten überraschende Gemeinsamkeiten entdeckt oder seien mit neuen Perspektiven nach Hause gegangen. Manche erzählen sogar von Freundschaften, die im Erzählcafé ihren Anfang nahmen und später weitergewachsen sind. Und selbst wer nur zuhören möchte, ist ein wichtiger Teil des Ganzen. Gerade in einer hektischen Welt schaffen diese ruhigen Gesprächsräume eine Nähe, die sonst leicht verloren geht.

Ein gemeinschaftliches Engagement im Tessin

Dass die Tessiner Tageszentren die Initiative mit Begeisterung unterstützen, hat gute Gründe. Seit Jahren setzen sie sich dafür ein, soziale Teilhabe, Dialog und ein Gefühl von Verbundenheit zu ermöglichen – auch für Menschen mit moderatem Unterstützungsbedarf. Die Erzählcafés passen ideal in diesen Auftrag: Sie fördern Wohlbefinden, regen den Austausch an und stärken das Gefühl, gesehen und gehört zu werden. Nicht zuletzt deshalb werden sie auch vom kantonalen Gesundheitsamt im Rahmen des Aktionsprogramms von Gesundheitsförderung Schweiz 2025–2028 unterstützt – ein deutliches Zeichen für die Bedeutung niedrigschwelliger, gemeinschaftsfördernder Angebote im Kanton.

«Il filo che ci unisce» – ein Faden, der verbindet

Der aktuelle Veranstaltungszyklus trägt den Titel «Il filo che ci unisce» (der Faden, der uns verbindet). Jede Runde widmet sich einem anderen Thema, das Erinnerungen anstösst und Gespräche öffnet. Die Treffen stehen allen offen, nicht nur den Besuchenden der Tageszentren. Genau diese Durchmischung macht den besonderen Reiz aus: Wenn verschiedene Generationen, Biografien und Lebenswelten zusammenkommen, entsteht ein Gewebe aus Geschichten, das weit über den Anlass hinauswirkt.

Moderation, die Vertrauen schafft

Damit diese Räume gelingen, braucht es Menschen, die einfühlsam moderieren – präsent, aber nicht dominant. Im Dezember findet im Tageszentrum Casa Andreina in Lugano ein Einführungskurs statt, in dem Interessierte lernen, wie man Gesprächsrunden begleitet und eine Atmosphäre schafft, in der sich Menschen öffnen können.

Geschichten, die uns zusammenhalten

Wer an einem Erzählcafé teilnimmt, nimmt immer etwas mit: einen Satz, der nachhallt, ein gemeinsames Lachen, ein Wiedererkennen. Oder die stille Gewissheit, mit den eigenen Erinnerungen und Gedanken nicht allein zu sein. Eine Aussage aus dem Kreis der Teilnehmenden fasst es eindrücklich zusammen: «Le storie non solo si raccontano: si intrecciano e ci tengono uniti.» (Geschichten werden nicht nur erzählt – sie verweben sich, und sie halten uns zusammen).

Fernsehbeitrag: Ein lebendiger Einblick in die Arbeit des Netzwerks Erzählcafé im Tessin gibt die Sendung von Radiotelevisione Svizzera Italiana RSI.

Zum zehnjährigen Bestehen des Netzwerks Erzählcafé werfen wir einen Blick zurück auf die Ursprünge dieses besonderen Formats.

 

Von Evelyne Mertens*

In den 1970er- und 1980er-Jahren entstanden die Erzählcafés in einem gesellschaftlichen Umfeld, das von tiefgreifenden Veränderungen geprägt war: Fortschritte in der politischen und rechtlichen Gleichstellung – etwa bei der Familienrechtsreform, den Frauenrechten oder dem Zugang zu Universitäten – schufen neue Freiräume. In Deutschland, Österreich und der Schweiz formierte sich eine aktive Zivilgesellschaft mit ökologischen, feministischen und pazifistischen Bewegungen, begleitet von bildungspolitischen Reformen. Ziel vieler Initiativen war es, den Geschichten der «kleinen Leute» eine Stimme zu geben – als Ausdruck kollektiver Selbstermächtigung.

Anfang der 1980er-Jahre entstanden in Deutschland und Österreich erste Projekte zum Austausch biografischer Erzählungen. Bereits 1978 trafen sich Bewohnerinnen und Bewohner des Recklinghausener Stadtteils Hochlarmark (Ruhrgebiet), um in Gesprächen, persönlichen Aufzeichnungen, Fotos und Archivmaterial die Geschichte ihres Quartiers zu rekonstruieren. Diese Treffen sollten ein besseres Zusammenleben und das Verständnis sozialer und kultureller Unterschiede fördern. Auch in Frankfurt am Main und Karlsruhe wurden Erzählcafés in partizipative Stadtentwicklungsprojekte integriert, um die Bedürfnisse der Bevölkerung kennenzulernen, lokales Wissen zu bewahren und die Menschen aktiv in Veränderungsprozesse einzubeziehen. Bald schon reichte die Idee über den historischen oder bildungspolitischen Rahmen hinaus – sie verband Gruppen aus Ost- und Westdeutschland in der Zeit der Wiedervereinigung.

Von Beginn an ging es beim biografischen Erzählen in Gruppen nicht nur um die Rekonstruktion von Vergangenheit, sondern auch um das gegenseitige Verstehen, das Zuhören und den Blick nach vorne. Die Erzählcafés verstanden sich nie als therapeutisches Instrument, sondern als offene Räume, in denen jede und jeder erzählen und zuhören kann.

Im Frühjahr 1982 organisierte die Volkshochschule Ottakring in Zusammenarbeit mit der Universität Wien die Veranstaltungsreihe «Ich kam vom Land in die Stadt». In diesen intergenerationellen Gesprächsgruppen tauschten ältere Menschen und Studierende ihre persönlichen Geschichten aus – mit dem Ziel, die Vielfalt des Alltagslebens sichtbar zu machen. In mehreren Regionen Niederösterreichs richtete der Verein «Verein für erzählte Lebensgeschichte» bis 1988 neunzehn moderierte Gesprächsgruppen ein, die speziell älteren Frauen gewidmet waren. Am 5. September 1987 fand schliesslich im Berliner Stadtteil Wedding das erste Erzählcafé unter dieser Bezeichnung statt – initiiert von Sabine Gieschler und Andreas Lange als öffentliche Veranstaltung.

In den 1990er-Jahren etablierte sich der Begriff des biografischen Arbeitens. Erzählcafés und Gesprächskreise wurden zu zentralen Methoden dieser Praxis. Parallel dazu entwickelte sich die Oral History – eine «Geschichte von unten», die das Alltagswissen von Frauen, Arbeiterinnen und Arbeitern, ländlichen Gemeinschaften oder marginalisierten Gruppen ins Zentrum stellte. Diese Perspektive öffnete den Blick auf bislang verdrängte Erfahrungen, etwa auf das Leben unter dem Nationalsozialismus oder – in der Schweiz – auf das Schicksal der Verdingkinder, also der Betroffenen von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen.

In der Schweiz entstanden die ersten Erzählcafés Anfang der 2000er-Jahre, inspiriert vom Berliner Modell. Getragen wurden sie von Ursula Caduff und Lisbeth Herger, die das Konzept anpassten, um insbesondere älteren und zurückgezogenen Menschen den Zugang zu sozialem Austausch zu erleichtern. Im Unterschied zu den frühen deutschen Formaten, die eher als öffentliche Gesprächsrunden konzipiert waren, legten sie den Fokus auf die aktive Beteiligung aller Anwesenden. Ursula Caduff betonte, dass der Austausch von Lebenserfahrungen in moderierten Begegnungen dazu beitragen könne, Vorurteile abzubauen und politisch instrumentalisierte Bilder zu hinterfragen.

Die in Erzählcafés geteilten Geschichten blieben nicht immer im vertraulichen Rahmen: Viele fanden den Weg in Publikationen oder Ausstellungen und trugen so zur kollektiven Erinnerung eines Quartiers, einer Gemeinde oder einer Region bei. Andere wiederum wurden bewusst vertraulich belassen, um die Offenheit der Teilnehmenden zu schützen. Das gemeinsame Erzählen besitzt ein starkes soziales Integrationspotenzial: Es verbindet Menschen unterschiedlicher Herkunft und Lebenswelten. Seit ihren Anfängen stehen die Erzählcafés für eine demokratische und menschliche Kultur des Dialogs, die sowohl das soziale Miteinander als auch das psychische Wohlbefinden fördert – gerade in einer vielfältigen Gesellschaft.

*Dieser Text in eine Zusammenfassung des Artikels «Erzählcafés, Gesprächskreise – Die Anfänge» von Johanna Kohn, Gert Dressel und Jessica Schnelle im Buch «Erzählcafés. Einblicke in Praxis und Theorie» (S. 30-43), Beltz, 2022.

Erzählcafés laden ältere Menschen ein, Erinnerungen zu teilen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Für Fachpersonen in der Altersarbeit bietet das Netzwerk Erzählcafé neue, praxisnahe Materialien, die bei der Planung und Durchführung solcher Runden unterstützen und zeigen, wie biografisches Erzählen den Alltag bereichern und das Wohlbefinden im Alter stärken kann.

 

Ältere Menschen tragen einen Schatz an Erfahrungen in sich – Geschichten, die gehört, geteilt und gewürdigt werden wollen. Mit den neu erarbeiteten Materialien unterstützt das Netzwerk Erzählcafé Institutionen, Moderierende und Interessierte dabei, diesen Schatz zu heben. Erzählcafés schaffen Raum für biografisches Erzählen und gegenseitiges Zuhören. Sie ermöglichen Begegnung, Sinn und Teilhabe – besonders dort, wo Routinen und Rückzug den Alltag prägen.

«Ein paar Stühle, ein Thema, eine offene Haltung –
mehr braucht es nicht, um Gemeinschaft entstehen zu lassen.»

Die neuen Publikationen fassen Wissen und Erfahrung aus Forschung und Praxis zusammen und unterstützen Fachpersonen, Freiwillige und Organisationen dabei, Erzählcafés als Teil einer sorgsamen Altersarbeit zu gestalten.

  • Argumentarium für Altersinstitutionen
    Das Argumentarium fasst die wichtigsten Gründe für Erzählcafés im Altersbereich zusammen. Es beschreibt, wie Erzählrunden Begegnung und Austausch fördern, biografische Reflexion ermöglichen und Einsamkeit vorbeugen können. Ergänzt wird es durch Hinweise zur praktischen Umsetzung im Heim- oder Quartierkontext.
  • Broschüre für Moderierende
    Diese praxisorientierte Broschüre richtet sich an angehende und erfahrene Moderierende. Sie vermittelt Hintergrundwissen über die Zielgruppe älterer Menschen, gibt Einblicke in den besonderen Charakter von Erzählcafés im Alter und enthält eine Checkliste für die Durchführung sowie Themenvorschläge, die Erinnerungen anregen und Gespräche eröffnen. Erfahrungsberichte zeigen, wie vielfältig und berührend Erzählcafés sein können.
  • Modellkonzepte für eine gelingende Umsetzung
    Diese Broschüre präsentiert fünf erprobte Modelle, wie Erzählcafés mit älteren Menschen in unterschiedlichen Kontexten umgesetzt werden können – von institutionellen Angeboten über zivilgesellschaftliche Initiativen bis hin zu kommunalen Projekten. Sie zeigt, welche Rahmenbedingungen eine nachhaltige Verankerung begünstigen, welche Ressourcen nötig sind und wie Kooperationen neue Synergien schaffen.

Erzählcafés sind mehr als Aktivierung: Sie schaffen Verbindung. Sie eröffnen Gesprächsräume, in denen Menschen sich selbst und andere neu entdecken – mit Geschichten, die bleiben.

Die Materialien wurden im Rahmen des Projekts «Erzählcafé und Alter» erarbeitet, unterstützt durch die Stiftungen Walder, Paul Schiller und Cornelius Knüpffer. Alle Materialien stehen kostenlos zum Download bereit:

«Erzählen über Sorgekulturen am Lebensende – SoKul» nennt sich ein partizipatives Forschungsprojekt des Instituts für Pflegewissenschaft der Uni Wien und des Vereins Sorgenetz. Menschen verschiedener Altersstufen haben in Erzählcafés persönliche Erfahrungen rund um Sterben, Tod und Trauer miteinander geteilt. Da kann man was erleben … Gert Dressel – Beirat des Netzwerks Erzählcafé -, Katharina Heimerl, Evelyn Hutter, Barbara Pichler und Elisabeth Reitinger vom Projektkernteam berichten darüber.

 

Wir geben es zu: Manche von uns waren vorher durchaus unsicher. Kann das gut gehen: In Erzählcafés über eigene Erfahrungen rund um Sterben, Tod und Trauer erzählen? Werden da nicht womöglich inzwischen verheilte Wunden wieder aufgerissen? Und wie agieren wir dann als Moderator:innen? Haben wir dafür überhaupt die Kompetenzen?

Und dann so etwas: Die ersten Erzählcafés finden im Wiener Caritaszentrum für Sozialberufe mit Schüler:innen der Fachsozialbetreuung-Altenarbeit, wie das in Österreich heisst, und im FH Campus Wien mit Studierenden der Gesunden- und Krankenpflege statt. Bevor sie selbst einmal die Moderationsrolle üben werden, erzählen die Schüler:innen und Studierenden über ihre Erfahrungen. Wir sind überrascht, bewegt und berührt, wie die jungen Menschen Erlebnisse und Geschichten zum Lebensende miteinander teilen: zum Beispiel über den frühen Tod des Bruders oder der besten Freundin oder übers Nicht-Trauern-Dürfen nach dem Versterben der Grossmutter. Es fliessen Tränen, die Schüler:innen und Studierenden zeigen einander mit100 kleinen und zugleich grossen Gesten, dass sie füreinander da sind. An anderen Stellen der Erzählcafés wiederum wird viel miteinander gelacht. Und auch wir, die moderieren, erzählen mit – und verdrücken die eine oder andere Träne. Wir schwingen mit. In der nachträglichen gemeinsamen Reflexion wird hervorgehoben, wie wertvoll, reinigend und verbindend diese gemeinsame Erzähl- und Zuhörerfahrung gewesen ist, und wie gut es tut, dass auch jenen, die ansonsten zuhören und Sorge geben, einmal zugehört wird.

Wie in einem Brennglas

Einzelne von uns moderieren schon seit vielen Jahren Erzählcafés und ähnliche narrative Formate. Aber wie nur selten sonst ist bei diesen Erzählcafés mit Geschichten rund ums Lebensende wie in einem Brennglas deutlich geworden, was Erzählcafé bewirken können.

Wir möchten kurz über Ulrike erzählen. Ulrike, die schon seit vielen Jahren in Pension ist, nimmt an einem der Erzählcafés teil. Lange ist Ulrike still, hört den Geschichten der anderen zu, um schliesslich mit bewegter Stimme sehr kurz über ein eigenes Erlebnis zu erzählen: «Mir ist mein dritter Sohn gestorben, mit zwei Monaten, und mein Problem bis heute: Ich durfte nicht trauern, man hat mir das Trauern verboten. Das ist schon fünfzig Jahre her. Es tut noch immer weh.» Im Nachklang meint Ulrike: «Ich war sehr überrascht, dass ich so offen über sehr persönliche Dinge gesprochen habe. (…) Ich habe gespürt, da ist eine Runde, die ist sehr achtsam, und da passiert mir nix Grausliches. Da war sehr viel liebevolles Tun und ein gutes Annehmen, und daher habe ich mich offensichtlich hervorgetraut.» Eine andere Teilnehmerin meinte, Erzählcafés seien ein «blamagefreier Raum».

In Erzählcafés bekommen die Erzählenden (zumindest ungefragt) keine Kommentare, Ratschläge oder Lösungsvorschläge, sondern es wird «nur» zugehört. Genau das spürte und schätzte Ulrike, denn ihr ging es gar nicht um das Finden einer Lösung, aber mit dem Erzählen und dem Gehört-werden konnte sich in ihr etwas lösen.

Weitere Infos auf der Projektwebsite

Film über SoKuL von Dorothea Kurteu

Das Projektteam dankt all seinen Kooperationspartner:innen und dem österreichischen Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung, das im Rahmen der Programmschiene OeAD – Sparkling Science 2.0 das Projekt von Oktober 2022 bis Oktober 2025 fördert.